Kleindiesellok der Leistungsklasse I

Ehemalige Kö I im privaten Werksverkehr

Bei der Deutschen Reichsbahn wurden ab 1930 Kleinlokomotiven mit geringer Masse und geringer Antriebsleistung für leichte Rangieraufgaben entwickelt. Von der Leistungsklasse I wurden in den Jahren 1934 bis 1938 etwa 180 Maschinen in Dienst gestellt.


In Österreich verblieb nach dem Krieg ein Exemplar der verstärkten Einheitsbauart von 1936, gebaut von Gmeinder mit der Fabriksnummer 1617 und 1937 an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert. Die ÖBB reihten die Maschine zuerst als "Kö 0256" und ab 1957 als "X 210.01" in ihren Bestand ein. 1969 wurde die Maschine ausgemustert und kam in der Folge als Lok "3" zur Agrar Speicher Betriebs GmbH Stadl-Paura.

 

Das H0-Modell der Kö 1 von Piko

Piko hat sich für sein Modell die verstärkte Einheitsbauart von 1935 zum Vorbild genommen, und zwar jene Lieferserie, die von Esslingen von 1935 bis 1936 geliefert wurde.

 

Mein ursprünglicher Plan war, das Modell als ÖBB X210.01 im Bauzustand 1957 auszuführen. Bei näherer Befassung mit dem Thema stellte sich aber heraus, dass das ÖBB-Modell gar nicht der von Piko als Vorbild gewählten Lieferserie entspricht. Der markanteste Unterschiede liegt in der Ausführung des Führerhauses, welches bei der Bauart 1935 zwischen Fenster und Türöffnung nur über eine Griffstange verfügt, während bei der Bauart 1936 hier ein richtiger Steg aus Blech vorhanden ist.



Die Änderung wäre zwar korrigierbar gewesen, wurde mir aber erst so richtig bewußt, nachdem ich bereits neue feinere Griffstangen eingebaut hatte. Da mir diese sehr gut gefielen und ich auch keine Lust hatte, das Modell in diesen Punkt nochmal zu ändern, entschloss ich mich schließlich dazu, das kleine Maschinchen als Werklok in meinen Bestand aufzunehmen und die Beschriftung als Lok "3" zu belassen. Ich unterstelle halt, dass eine weitere Kö I nach dem Krieg bei einem privaten Betreiber in Österreich verblieben ist und es diese Lok nach verschiedenen Stationen im Laufe der Zeit schließlich zu meiner Gradenberger Isolatorenfabrik verschlagen hat.

 

Folgende Änderungen habe ich bis dato am Modell durchgeführt

  • Neuer Motor (Maxon aus Umbausatz von SB-Modellbau, Best.-Nr. 24011), dadurch deutlich bessere Fahreigenschaften und guter Führerraumdurchblick
  • Neue Puffer (2-fach geschlitzte Korbpuffer von Weinert)
  • Schraubenkupplung vorne
  • Kadee-Kupplung hinten
  • 3. Spitzenlicht entfernt
  • Kunststoffgriffstangen entfernt, neue Griffstangen aus 0,3mm Ms-Draht mit Griffstangenhalter von Weinert
  • Digitalisiert mit DCX74zD von ct-elektronik (Einbau in der Bodenplatte, durch Entfernen von Drossel und Spule ist genügend Platz vorhanden)
  • Teilnachbildung des Führerpultes
  • Alterung mit Revell-Aqua