Breuer-Schienentraktor

Kleine Rangierhilfe ganz groß

Der Breuer-Lokomoter wurde von der Breuer-AG-Frankfurt als kleines und leichtes Rangierfahrzeug entwickelt und zeichnete sich dadurch aus, dass das Fahrzeug einen angekuppelten Waggon anheben und somit dessen Masse als zusätzliches Reibungsgewicht mit nutzen konnte. Bis in die 50er Jahre wurden im Laufe der Zeit über 500 Fahrzeuge in insgesamt fünf verschiedenen Haupttypen geliefert.


Der Breuer-Schienentraktor wartet in der Gradenberger Isolatorenfabrik auf seinen nächsten Einsatz.

Mein Modell

Von dem Breuer-Lokomoter war ich immer schon sehr angetan, daher wollte ich schon lange ein Modell dieses sehr ungewöhnlichen Fahrzeuges auf meiner Anlage einsetzen. Mit Erscheinen des sehr akkuraten Modells von Rivarossi vor einigen Jahren bot sich endlich die Gelegenheit dazu. Insgesamt machte das Modell einen hervorragenden Eindruck, lediglich der etwas plumpe Vorhang zur Kaschierung des Modellbahnmotors im Führerraum störte den guten Gesamteindruck. Hier galt es, etwas zu unternehmen, und bei der Gelegenheit waren auch ein paar weitere Verfeinerungen und der Einbau eines Decoders fällig.

 

Bei der Umsetzung habe ich mich an der ÖBB-Variante orientiert, welche zuletzt in Wien Süd abgestellt war, dabei aber letztlich Abweichungen vom Vorbild akzeptiert. Weitaus interessanter als eine 100%ig exakte Nachbildung des Vorbilds ist für mich ohnedies (und zunehmend immer mehr) der Gesamteindruck des Modells sowie die Glaubwürdigkeit der Szenerie - "der Story" wenn man so will, also z.B. die Geschichte vom Fabriksbesitzer und Kommerzialrat Franz Kowatsch und dem in Wien Süd stationierten Breuer-Schienentraktor, den es im Sommer '57 zufällig zu einer kleinen steirischen Werksbahn verschlagen hat... 

 

Folgende Änderungen habe ich am Modell vorgenommen:

  • Die Kupplungen wurden aus Resten einer Kröss-Schraubenkupplung und Draht selbstgebaut.
  • Anstatt der originalen Rivarossi-Lampen wurden Messinglaternen von Weinert angebaut. Auf eine Beleuchtung mit LEDs oder Glühbirnen habe ich ganz bewusst verzichtet, da mir der Aufwand dafür zu hoch war und weil der Breuer Schienentraktor nur (tagsüber) im Werksverkehr eingesetzt wird.
  • Die Griffstangen wurden durch neue aus 0,3mm Ms-Draht ersetzt.
  • Die Pufferbrust erhielt einen Warnanstrich, die neuen Laternen einen messingfarbenen Ring am Lampengehäuse sowie das gesamte Fahrzeug eine Alterung mit Revell-Aqua-Farben. 
  • Zur Digitalisierung wurde der Decoder DCX75 von ct-elektronik eingebaut. Der Decoder sitzt direkt unter dem Dach und ist an einem selbst gebauten Halter aus dünnem Blech montiert. An diesem Halter sind auch die Kabel befestigt, die damit von außen kaum sichtbar sind. Um einen besseren Durchblick durch das Führerhaus zu schaffen, wurde die gesamte Rivarossi-Elektrik inkl. Schnittstellenstecker und LEDs entfernt.
  • Die am Rivarossi-Modell vorhandene Vorhangimitation aus Kunststoff zur Kaschierung des Motors wurde ersatzlos entfernt. Nach Entfernen der originalen Motorabdeckung inkl. der dort untergebrachten Elektrik genügt nun ein am Fenster platzierter Lokführer, um den Blick auf den Motor weitgehend zu verdecken.

Folgende besondere Herausforderung stellte sich noch:

  • Ich wollte einen dem Vorbild entsprechenden richtigen Kuppelabstand zwischen Schienentraktor und Wagen darstellen. Dies war jedoch mit allen üblichen Waggonkupplungen schlicht unmöglich, auch mit der von mir verwendeten Kadeekupplung. Gezwungenermaßen entschloss ich mich daher, einen Wagen eigens für den dauerhaften Einsatz mit dem Schienentraktor vorzusehen. Ich wählte den kürzesten bei mir vorhandenen Wagen – einen Klappdeckelwagen von Fleischmann – und rüstete diesen einseitig mit einer Originalkupplung von Weinert aus. Damit wurde der Wagen vorbildgerecht an den Schienentraktor angekuppelt.