Gepäck- und Dienstwagen

Güterzugdienstwagen im Sommer

Auf vielen alten Fotos sind Dienstwagen mit geöffneter Ladetür zu sehen, oft mit einem an der Ladetür stehenden Güterzugschaffner, der die sommerlichen Temperaturen bei damals vergleichsweise geringen Fahrgeschwindigkeiten genoss. Genau dieses typische Bild wollte ich auch im Modell an einem Dienstwagen der Bauart Bremen darstellen.

Der Güterzugdienstwagen der Bauart Pwgs 43 wurde von der deutschen Reichsbahn in großer Stückzahl beschafft. Die Konstruktion war von dem gedeckten Güterwagen der Bauart Gmhs Bremen abgeleitet. Auch bei der ÖBB verblieb eine große Anzahl dieser Dienstwagen, die unter der Nummergruppe Pwg 78 000 bis 217 geführt wurden. Fotos ab Mitte der 50er Jahre zeigen gegenüber der Ursprungsbauart geänderte Trittbretter. Ab Anfang der 60er Jahren wurde ein Teil der Wagen bei der ÖBB erneut umgebaut und erhielten schmale Ladetüren sowie Zugführerkanzeln.

 

Schon seit Jahren gibt es ein durchaus passendes Modell des Pwgs 43 mit ÖBB-Beschriftung, allerdings in Ursprungsausführung der Deutschen Reichsbahn. Ziel meines Umbaues war daher einerseits die „Österreichisierung“ und Anpassung an den Bauzustand gegen Ende der 50er Jahre und andererseits das Darstellen einer geöffneten Ladetür. Alles in allem eine schöne Bastelei für den Feierabend, allerdings reichte einer dazu bislang nicht aus.

Hier der Überblick über den Baufortschritt und die durchgeführten Arbeiten:

 

1. Abend:

  • Die Arbeit beginnt mit dem Heraustrennen der Tür. Dies geschieht mit einem Bastelmesser, das mit leichtem Druck direkt an der Kante der Ladetür mehrmals entlang geführt wird.
  • Der Boden im Bereich zwischen den Haltenasen wird ebenfalls herausgetrennt.
  • Die herausgeschnittene Tür wird von der Rückseite her links und rechts auf etwa 0,5 mm Materialstärke abgefeilt.
  • Je nach dem, wie weit die Tür geöffnet werden soll, muss das neben der Tür liegende Wagenkastenfeld herausgetrennt werden und zwar soweit, dass die zurechtgefeilte Tür wieder möglichst nahe am Wagenkasten angeklebt werden kann.
  • Die im Bereich der Tür nun fehlende Abdeckschiene wird durch einen Kunststoffstreifen ersetzt.
  • Die Zwischenwand habe ich aus einer 1 mm Kunststoffplatte gefertigt und eingeklebt.
  • Der neue Boden entstand aus einer 0,5 mm Kunststoffplatte, die Bretterstruktur wurde mit dem Bastelmesser eingeritzt.
Die Arbeiten am Wagenkasten sind weitgehend abgeschlossen

2. Abend:

  • Als nächstes steht das Löten neuer Trittstufen an - Beschreibung wird in Kürze ergänzt.
  • Aus 0,3mm Ms-Draht werden neue Griffstangen gebogen und eingeklebt.
  • Für die Vorlegestange der geöffneten Ladetür habe ich ebenfalls 0,3mm Ms-Draht verwendet.
  • Nach dem Reinigung und Trocknen der gelöteten Trittstufen können dieser eingeklebt werden.
  • Abschließend werden neue Puffer von Weinert montiert.
Aus Messingblech und -draht gelötete Trittstufen vorbereitet für den Einbau

3. Abend:

  • An dem ab Werk glatten Dach müssen die Falze des Blechdaches nachgebildet werden. Dazu habe ich eine einfache Vorrichtung aus Holz gefertigt und 0,3mm Blumendraht im Abstand von 10,5mm aufgeklebt.
  • Nach dem Durchtrocknen wird der Kleber sauber verschliffen.
Das eingespannte Dach nach dem Aufkleben des Blumendrahtes vor dem Verschleifen

4. Abend:

  • Die Lackierarbeiten beginnen mit dem Bemalen des Innenraums. Dieser wird in einem hellen Braun gestrichen.
  • Danach erfolgen die Ausbesserungsarbeiten am Wagenkasten in Tannengrün sowie das Bemalen der neuen oberen Türschiene in Silber.
  • Das Dach wird mit einer Mischung aus Silber, Grau und Braun gealtert.
  • Alle neu angebrachten Messingteile werden grundiert und danach der Wagen zum Trocknen beiseite gelegt.

 

5. Abend:

  • Die Griffstangen und Trittstufen werden schwarz gestrichen.

 

6. Abend:

  • Der Wagen wird im ersten Schritt mit dem Pinsel gealtert. Dazu verwende ich die wasserlöslichen Farben AquaColor von Revell.

 

7. Abend:

  • Nach dem Durchtrocknen nehme ich zusätzliche Alterungsspuren mit Puderfarben vor. Ich verwende Kreiden, die ich auf Sandpapier anschleife und mit dem Pinsel auftrage.

 

8. Abend:

  • Endlich kann der fertig gealterte Wagen mit einer Schicht Klarlack aus dem Airbrush überzogen werden.

  • Nach dem Durchtrocknen werden noch die Fenster eingeklebt, das Dach aufgeklebt, Kupplungen und Radsätze montiert.

Damit ist der Pwg schließlich fertig und kann dem Betrieb übergeben werden.