Güterwagen

Ladegut Walzdraht auf Rollen

Bei einem Besuch im hochinteressanten Museum für Technik und Verkehr („Historama“) im kärntnerischen Ferlach bin ich auf Fotos aus dem Werksgelände der Kärntnerischen Eisen- und Stahlwerks-Gesellschaft (Kestag) gestoßen, welche die Verladung von Walzdrahtrollen auf offene Güterwaggons zeigte. Die Nachbildung im Modell erschien interessant, aber auch aufwändig. 

Beim Vorbild werden einzelne Walzdraht-Bündel nebeneinander geschichtet. Die Herstellung einzelner Bündel aus dünnem Draht erschien mir allerdings sehr aufwändig. Außerdem war ich mir unsicher, ob eine solche Beladung aus Metall nicht zu schwer werden würde. Also vertagte ich das Projekt, bis ich schließlich vor einiger Zeit auf einen Beladungseinsatz mit genau solchen Walzdrahtrollen für 4-achsige Wagen von Ladegut Bauer stieß. Die Rollen waren aus Kunststoff gegossen und erschienen mir zwar etwas zu gleichmäßig und auch leicht zu grob, ich entschloss mich aber dennoch zu einem Versuch.


Als Ausgangsmodell für eine weitere kleine Feierabendbastelei wählte ich einen offenen Güterwagen des Typs Omma von Liliput, den ich bei dieser Gelegenheit auch ein klein wenig verfeinern wollte. Wie immer wurden es auch diesmal wieder mehrere Bastelabende, aber so darf es bei einem Hobby ja auch sein.


Folgende Materialien werden benötigt:

  • Ladegut „Drahtringe“ Nr. H01129 von Ladegüter Bauer
  • dünner Karton 30 x 98mm
  • 0,1mm Kupferdraht von einer alten Magnetspule
  • 0,3mm Messingdraht
  • 2 Zettelhalter (KMB oder Weinert)
  • 1 Rangiertritt (Selbstbau oder Weinert)
  • 1 Handbremsspindel (Selbstbau oder Weinert)



Aus dem Ladegut von Bauer lassen sich Beladungseinsätze für zwei Zweiachser bauen.

Supern des Wagens:

  • Die Kunststoff-Griffstangen werden durch solche aus 0,3mm Messingdraht ersetzt.
  • Der klobige und falsch ausgeführte Rangierertritt wird durch einen richtig ausgeführten ersetzt. Diesen kann man aus einem 0,2 x 3mm Blechstreifen und 0,3 mm Messingdraht leicht selber löten (siehe Kapitel Supern von Güterwagen) oder man nimmt einen aus dem Sortiment von Weinert.
  • Anstatt des nur aufgedruckten Zettelhalters kann man richtige Zettelhalter ankleben. Ich habe mir seinerzeit einen ganzen Vorrat an Zettelhaltern von Klein Modellbahn angelegt, die ich bei solchen Basteleien meist verwende. Alternativ kann man auch auf die noch feineren Zettelhalter von Weinert zurückgreifen.
  • Spindel und Kurbel der Handbremse liegen in einer Ebene mit dem Bühnengeländer, was natürlich falsch ist und seltsam aussieht. Die am Geländer mit angespritzte Spindel wird daher samt Kurbel vorsichtig weggeschnitten und durch ein selber gelötetes Bauteil ersetzt. Auch hier bietet Weinert eine professionelle Lösung, ich finde aber wiederum meine im Kapitel Supern von Güterwagen beschriebene Selbstbaulösung für den Zweck völlig ausreichend und überdies deutlich preiswerter. Außerdem kann ich zügig weiterbasteln, anstatt auf die nächste Lieferung zu warten.
  • Das Sprengwerk am Unterboden muss korrigiert werden, da es leider falsch dargestellt ist. Dazu wird das Sprengwerk abgezogen und der in der Mitte ausgeführte Steg mit einem scharfen Messer so beschnitten, dass nur mehr zwei quadratische Profile stehenbleiben.
  • Für das farbliche Finish erhält der Wagen zuerst eine Pinsel-Alterung und abschließend mit dem Airbrush einen Überzug mit einem Hauch von matten Klarlack. Für beides verwende ich die wasserlöslichen AquaColor-Farben von Revell.

Die Herstellung des Ladeguts für den Omma:

  • Aus dünnem Karton wird eine passende Grundplatte zugeschnitten. Auf diese werden 7 Kunststoffrollen aus dem Ladegut-Set aufgeklebt.
  • Im nächsten Schritt werden die Rollen mit einer Mischung aus Schwarz und Eisen bemalt; ich verwende auch hier die wasserlöslichen Farben AquaColor von Revell.
Der vordere Beladungseinsatz hat bereits Drahtbindungen aus dünnem Kupferdraht erhalten.
  • Danach erfolgt die etwas aufwändigere Nachbildung der Drahtbindungen zwischen den einzelnen Walzdrahtbündeln. Dazu verwende ich 0,1mm Kupferlackdraht aus einer alten Magnetspule. Für jede Walzdrahtrolle werden zwei Drahtstücke von etwa 40 bis 50 cm Länge benötigt.
  • Abschließend erfolgt eine neuerliche Lackierung des Ladeguts und insbesondere der Drahtbindungen aus dem Kupferdraht mit der Farbmischung aus Schwarz und Eisen angemalt. Nach dem Trocknen kann das Ladegut in den Waggon eingesetzt werden.
Der fertig beladene Omma. Für den Betriebseinsatz fehlen nur mehr Radsätze und Kupplungen.