Flachwagen SSkm 49 der DB (amerikanische Bauart)

Wie aus einem Kipferl wieder ein respektabler Flachwagen wurde

Anfang der 90er Jahre wurde von Klein Modellbahn ein schönes Modell eines 4-achsigen Flachwagens amerikanischer Bauart ausgeliefert. Leider zeigte mein Modell bald eine unschöne Durchbiegung nach oben. Der Mangel lässt sich jedoch durch eine recht einfache Reparatur beheben.

Der SSkm 49 mit nach oben gewölbten Mittelteil

 

Zum Vorbild

Das Vorbild dieses Wagens von Klein Modellbahn kam im Zuge des Marschallplanes nach Europa. Wie viele Wagen dieses Typs in Österreich im Einsatz standen, kann ich nicht sagen. Vermutlich fand er keine allzu große Verbreitung, denn mir sind zumindest aus den späten 50er Jahren keine Bilder des Vorbilds bekannt.

 

Das Modell

Als Anfang der 90er Jahre von Klein Modellbahn das optisch sehr ansprechende Modell eines 4-achsigen Flachwagens amerikanischer Bauart ausgeliefert wurde, war meine Freude groß, denn mir gefiel der „exotische" Charakter dieses Güterwagens. Daher wurde auch bei mir bald ein solcher Wagen in Betrieb genommen. Warum ich mich damals für ein Modell mit DB-Beschriftung entschied, vermag ich heute nicht mehr zu sagen, denn ich habe in Erinnerung, dass es auch eine ÖBB-Variante gab. Möglicherweise wurde diese aber von Klein Modellbahn erst später geliefert.

Das Modell wurde mit dezenten Betriebsspuren versehen, musste aber schon nach einiger Zeit leider schadhaft abgestellt werden, denn der Wagen sah bald aus wie ein Kipferl: Das Modell zeigte eine nicht übersehbare und äußerst unschöne Durchbiegung nach oben auf. Wenn es umgekehrt gewesen wäre, hätte man vielleicht noch auf betriebsbedingte Abnützungen und Schäden zufolge eines jahrzehntelangen, harten Betriebseinsatzes verweisen können, aber mit diesem Schadbild war dies völlig inakzeptabel und der Wagen verschwand für Jahre in der Schachtel.

 

Die Reparatur

Bei der letzten Inventur fiel mir nun der Wagen wieder in die Hände und da ich das Modell nach wie vor sehr reizvoll fand, beschloss ich den Versuch einer Reparatur. Schnell wurde klar, dass eine einfache und optisch verträgliche Reparatur nur mit Hilfe eines passenden Ladeguts möglich sein würde. Ziel war es, den Wagen quasi auf ein gerades, stabiles Ladegut aufzuspannen und somit gerade auszurichten.

Reparaturprinzip: Der Wagen wird auf das Alu-Profil aufgespannt und dadurch gerade gerichtet

Meine erste Idee war, einfach eine stabile Platte auf den Wagen zu schrauben und diese durch darauf platzierte Maschinenteile mit einer Plane darüber zu kaschieren. Dies erschien mir aber zu offensichtlich, daher entschied ich mich für eine Beladung mit U-Trägern, auch weil ich dies als plausibler und interessanter für diesen Wagen hielt.

Die Aluprofile sind probehalber montiert, es fehlt noch das letzte Farbfinish

Nachdem die Idee gefunden war, gestaltete sich die Umsetzung relativ einfach.

  • In den Endbereichen des Untergestells werden je zwei Löcher gebohrt und vorsichtig so weit angesenkt, dass Senkkopfschrauben ohne Überstand eingeschraubt werden können. Dies ist notwendig, da ansonsten die Kurzkupplungskinematik nicht mehr ohne Behinderung ausschwenken kann.
  • Zwei U-Träger aus 10x10mm Aluprofil werden mit den Senkkopfschrauben an das Untergestell geschraubt. Dadurch wird der Wagenboden wieder gerade gerichtet und fixiert.
  • Dünne Holzstreifen stellen untergelegte Holzpfosten dar und erzeugen gleichzeitig eine Hebelwirkung über die weit außen angeordneten Schraubenverbindungen zwischen Wagen und den Aluprofilen.

Was abschließend noch fehlt, ist eine Alterung des Ladegutes (Bilder folgen)

Die Pfeile markieren die 4 Bohrungen für die Senkkopfschrauben
Die Senkkopfschrauben liegen bündig im Untergestell und behindern nicht die Bewegung der KKK
Der fertige Wagen im Betriebseinsatz
Fast fertig. Was noch fehlt? Das rechte Drehgestell hat leider noch die originalen NEM-Radsätze, während am linken Drehgestell schon solche nach RP25-Finescale eingebaut wurden. Aber auch das wird...