Thema und Epoche

Thematische und zeitliche Einordnung meiner Modellbahn

Für mich ist eine Modelleisenbahnanlage dann gelungen, wenn sie eine typische Eisenbahn-Atmosphäre vermittelt, glaubwürdig ist und eine Identität besitzt. Dies muss nach meiner Auffassung gar nicht bedeuten, ein konkretes Vorbild genau nachzubilden. Ich persönlich finde es z.B. sehr reizvoll eine Modellbahnanlage zu bauen, die kein exaktes Vorbild besitzt, die es aber so hätte geben können.

Das richtige Thema

 

In Bezug auf die Wahl eines geeigneten Vorbildes für meine Modellbahnanlage waren mir folgende 3 Aspekte wichtig:

  • Mich reizten schon immer die ehemaligen kkStB-Bahnstrecken im südlichen Österreich und in Slowenien. So schwebte mir eine Zeitlang eine Gebirgsstrecke á la Wocheiner- und Karawankenbahn vor. Interessant fand ich aber auch die ehemalige Kronprinz-Rudolfs-Bahn und ganz besonders ihre Nebenlinien, wie z.B die heute nicht mehr existente Strecke von Dravograd nach Velenje.
  • Hinsichtlich Fahrzeugeinsatz gefielen mir vor allem die Strecken um Selzthal bis in die Leobner Gegend, da hier fast alles an Dampfloks im Einsatz war, was mir gefiel und viel Rollmaterial mittlerweile auch als Modell erhältlich war.
  • Darüber hinaus wurde mir zunehmend etwas mehr persönlicher Lokalkolorit wichtig, was für mich als Weststeirer jedoch nicht notwendigerweise "GKB" bedeutete, sondern eher ein Berücksichtigen der industriellen und landschaftlichen Prägung meiner Heimat.

 

Das alles unter einen Hut zu bringen, erschien schwer. Bald nahm ich daher Abstand von dem Gedanken, eine existierende Strecke als Vorbild für meine Modelleisenbahn zu nehmen und begann mir stattdessen, eine Strecke auszudenken, wie es sie vielleicht hätte geben können. Was aus diesen Gedanken wurde, beschreibe ich an anderer Stelle auf meiner Website (siehe Mein modellbahnerischer Traum).

Die richtige Epoche

 

Eine Zeitlang schwankte ich zwischen Epoche I und III. Erstere erschien mir sehr reizvoll: Vor meinem geistigen Auge sehe ich den berühmten Sechskuppler der kkStB-Reihe 100 von Gölsdorf als Vorspann vor der ebenso gelungenen 380er mit dem Schnellzug von Wien nach Triest anno 1913 auf der Wocheinerbahn. In Bezug auf das verfügbare Fahrzeugmaterial war und ist diese Epoche mit Fokus Österreich schwierig, will man nicht nahezu ausschließlich auf Kleinserienfahrzeuge zurückgreifen.

 

In Epoche III hingegen steht dem interessierten Modellbahner mittlerweile eine doch recht stattliche Auswahl an passenden österreichischen Lokomotiven und Waggons zur Verfügung. Überdies fand ich die Kombination alter kkStB-Fahrzeuge mit dem sich damals bereits modernisierenden ÖBB-Fahrzeugpark sehr reizvoll.

 

Ich wählte daher die Epoche III, ging jedoch im Sinne einer möglichst hohen Plausibilität einen Schritt weiter und präzisierte den Zeitraum meiner Modellbahnanlage durch Festlegung auf den Hochsommer 1957. Zu diesem Zeitpunkt waren noch viele kkStB-Fahrzeuge im Einsatz, auch noch alte Zweiachser mit Holzkastenaufbau, aber auch bereits Modernisierungen der ÖBB im Gange, wie z.B. die Umrüstung auf Giesl-Schornsteine, der breite Einsatz von Spantenwagen, usw. Außerdem existieren gerade aus 1957 sehr viele Fotos der offenkundig damals äußerst umtriebigen österreichischen Eisenbahnfotografen.